Liebe Familie, Freunde, Kommilitonen, Pultnachbarn, Verwandte, Bekannte und sonstige interessierte Leser!
Auf dieser Seite könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Oklahoma mitverfolgen.

Samstag, 3. November 2012

National Weather Festival

Zum Glück hat sich auch der Kälteeinbruch nicht allzu lange gehalten. Denn in der vergangenen Woche war wieder Kurze-Hosen-Wetter angesagt. Jeden Tag Temperaturen zwischen 25 und 28°C, an diesen November kann ich mich gewöhnen!
Leider kann natürlich nicht jeder so viel Glück mit dem Wetter haben. Größtes Ereignis war letzte Woche ohne Frage Hurricane Sandy, der von uns Meteorologen schon eine Woche zuvor aufmerksam verfolgt wurde. Am Dienstag Mittag, um 14:00 Uhr nach deutscher Zeit (bei mir war es 8 Uhr morgens, da wir erst heute Zeitumstellung haben) schaltete ich mich via Skype live nach Hamburg in den Seimnarraum 1536, um dort im synoptischen Seminar einen kleinen Bericht zu geben. Am Vorabend habe ich ein paar ppt-Folien vorbereitet. Das war ein Spaß :-)

Heute fand das National Weather Festival statt, ein tolles Event für Groß und Klein. Tja, hätte es diese Veranstaltung ein paar Wochen früher gegeben, hätte ich mich wahrscheinlich für eine Verlängerung meines Auslandsaufenthaltes entschieden. Vor einem Monat habe ich das Angebot bekommen, ein weiteres Semester an der School of Meteorology zu studieren, welches ich nach langem Hin und Her abgelehnt habe.

Meteorologie haut nah für jedes Alter: Storm Chaser Car Show...





...Forschungsfahrzeuge...








...Informationsstände...


...the Weather Friends!...zu jeder Persönlichkeit gibt es auch eine Sammelkarte :-)


...und stündlicher Start eines Wetterballons.



Montag, 29. Oktober 2012

Halloween

Ich habe die Prüfungen alle gut hinter mich gebracht und mich mit einem tollen Halloween-Wochenende belohnt!  Auch wenn ich am Freitag erschöpft genug war, im Stehen einzuschlafen, besorgte ich mir schnell noch ein Halloween-Kostüm für die anstehende Hausparty bei Kaitlyn.
Vor der Fete besuchte ich noch einen Stummfilm im Catletts Music Center mit Live Musik. "The Cat and The Canary" mit Clark Wilson an der Mini-Mo, der Municipal Möller. Eine Konzertorgel mit 3 Manualen und klassichen Orgelpfeifen, ergänzt durch ein Klavier, sowie tuned und untuned Percussion. Der Film selbst
ist eine amerikanische Horrokomödie aus dem Jahre 1927. Nicht nur der Film, sondern auch die musikalische Begelitung waren grandios!
Nach Ende der Aufführung machte ich mich noch kurz mit dem Organisten und dem Instrument bekannt, warf mir wenige Minuten danach mein Kostüm über und spazierte zur Halloween-Party.

Am Samstag folgte ein weiterer Gameday. Ich verbrachte den ganzen Tag bei herrlichsten Sonnenschein und wahnsinniger Kälte am Campus Corner. Das Footballspiel selbst schaute ich mir allerdings nur im Fernsehen an...vielleicht haben wir deshalb verloren^^



Boomer und Sooner

Gestern habe ich dann endlich meine Gastfamilie einmal wieder gesehen. FIS, Friends to International Students, organisierte ein gemeinschaftliches Picknick mit viel Essen und Pumpkin Carving. 


My Host-Sisters von links: Iris und Samantha aus Frankreich.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Einmal kurz an die Route 66

Schon wieder eine Woche ist vorbei und so langsam fange ich an, die Wochen zu zählen. Kein Wunder, denn die Hälfte meines Aufenthalts liegt hinter mir. Und jetzt wird die Zeit verrasen!
Das ist schade, aber: bloß nicht nervös werden, sondern das beste daraus machen. Mit diesem Motto startete ich in ein entspanntes Wochenende.

An dieser Stelle wird mir der eine oder andere sicher widersprechen, wenn ich berichte, wo ich mich am Freitag Abend "vergnügt" habe. Zusammen mit allen anderen Meteorologie-Ausstauschstudenten folgte ich der Einladung einer Gruppe mutiger OU-Meteorologen: Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in die Pampa in ein Haunted Corn Maze, eine große Halloween-Atraktion. Bei völliger Dunkelheit irrten wir zunächst durch ein harmloses Maisfeldlabyrinth. Doch danach ging es in das Haunted Corn Maze. Ein weiteres Maisfeldlabyrinth. Doch hier lauerten in der Dunkelheit gruselige Schauergestalten. Zombies, Hexen, Werwölfe und Massenmörder mit Kettensäge, die wie aus dem Nichts plötzlich vor oder, noch schlimmer, hinter einem standen. Auch wenn man wusste, dass gleich wieder irgendetwas Unerwartetes passiert, hat man sich letztendlich doch immer wieder aufs Neue erschrocken :)
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher ins Wild Buffallo Wings - Mitternachtssnack!

Am Samstag machte ich dann einen Abstecher an die Route 66, die hier in "direkter" Nachbarschaft liegt. 30 Minuten Autofahrt, um im weltberühmten Pops einen Burger zu essen, Soda zu kaufen, die Abendsonne zu genießen und danach wieder nach Hause zu fahren - Amerika.






Heute werde ich mich um die Uni kümmern müssen. Denn nächste Woche sind schon wieder Prüfungen...morgen Climate&Radiation und am Mittwoch Tropical Meteorology. Dazu eine dicke Hausaufgabe in Statistik, damit einem nicht langweilig wird...

Sonntag, 14. Oktober 2012

Great Moments

Oklahoma zeigt jeden Tag, was der Herbst für eine tolle Jahreszeit sein kann. Jeden Tag leuchtet die Natur in neuen Farben auf, es ist sonnig und warm. Nach einem Tag mit Bodenfrost Anfang der Woche, wurde nun die 30°C Marke wieder gesprengt. Das Wetter wechselt von Tag zu Tag. Nach 2 Jahren überwiegender Monokultur "Stratus" in Hamburg genießt man diese Vielfalt ganz besonders.

Gestern war ein sehr guter Tag. Zuerst haben wir um 11 Uhr vormittags die Longhorns (Texas) im Football geschlagen. Boomer Sooner!  Wer gerne einmal sehen möchte, für was hier eine ganze Universität völlig austickt, die komplette Woche in den verschiedensten Ecken des Campus-Geländes Bevo BBQs stattfinden (...ja, auch die School of Meteorology hatte ihr eigenes BBQ extra für dieses Spiel...), extra T-Shirts bedruckt werden und, das aller beste überhaupt, am Freitag die Uni ausfällt, kann ja mal auf folgenden Link klicken. In dem Video sind die größten Momente des Spiels zusammengeschnitten:


Neben einem Touchdown nach dem nächsten, wurde immer wieder eine Tornado-Warnung  für Oklahoma eingeblendet. Ein Tornado gab es für unsere Nachbarschaft (leider) nicht, aber, ganz ohne Frage, das Wetter war amazing und ließ das Meteorologenherz höher schlagen! Einige Kommilitonen sind Storm chasen  gewesen und haben den ganzen Tag auf dem Highway verbracht. Aber ich muss dem Wetter nicht hinterherjagen, wenn es auch zu mir kommt :-)

Abendstimmung in Norman oder: Die Ruhe zwischen den Stürme. Knapp 30 Minuten, 200 Fotos. Hier ist eine kleine Auswahl, chronologisch geordent:

Die untergehende Sonne im Rücken...

















Nach einer viel zu kurzen Nacht und zu langen Longdrinks ist das Wetter heute so freundlich, dass ich meinen Hangover am Pool bei 26 °C friedlich ausschlummern kann.

Ganz besondere Grüße gehen heute an meine lieben Kommilitonen in Hamburg! Ich denke oft an euch. Ich wünsche euch morgen einen guten Start ins fünfte Semester. High five!

(Alle anderen Semestern wünsche ich natürlich auch einen guten Start^^)

Montag, 8. Oktober 2012

Fall is coming

Wieder eine Woche vorbei...und auch in Oklahoma muss der Sommer langsam dem Herbst weichen. Diese Woche ist es sehr kalt geworden, auch hier liegen die Tageshöchsttemperaturen momentan um die 10°C. Aber nächste Woche wird es zum Glück wieder wärmer.

Es ist schön, in so kurzer Zeit bereits gute Freunde gefunden zu haben. Menschen, die für einen da sind und einen auffangen, wenn man selbst lieber zu Hause bei der Familie wäre. So habe ich in der vergangenen Woche kalte, graue Nachmittage mit heißem Tee und guten Gesprächen überbrücken können.


Freitag Abend war ich zusammen mit Elle, Sydney, Nathan und Whitney mal wieder bei einem Mexikaner . Es geht nichts über das gute mexikanische Essen!


Am Samstag bin ich dann mit Nathan und Sydney nach Oklahoma City gefahren. Dort haben wir (nach leckeren Tacos) das Konzert der OKC PHIL besucht, "Songs of Land and Sea". Auf dem Programm standen Kamarinskya (Glinka), Four Sea Interludes (Britten), Galanta Dances (Kodály) und das D-Dur Violinkonzert von Brahms.  Hierbei hatte ich die große Ehre, Mr. Gil Shanam als Solisten live zu erleben. Wow!!!
Wenige Minuten vor Konzertbeginn.
Voller Aufregung und Spannung saß ich auf meinem Platz. Endlich betrat der Dirigent die Bühne, das Orchester erhob sich, der Dirigent verbeugte sich kurz, dann nahmen die Musiker wieder Platz. Ich atmete tief ein, als sich der Dirigent dem Orchester zuwandte und den Dirigentenstab anhob. Immer wieder ein schöner Augenblick, der nie langweilig wird. Doch wenige Hundertstel später erlebte ich etwas völlig Unerwartetes. Es kam so überraschend, dass ich es kaum mitbekam, als plötzlich das komplette Orchester wieder stand (mit Ausnahme der Celli wirklich alle!). Mit ihm erhob sich nun jedoch auch das Publikum und ich taumelte ebenfalls gerade noch rechtzeitig in den Stand. Dann schallte die Nationalhymne durch den Konzertsaal! Alle sangen voller Inbrunst "Oh, say can you see!" - Mann, das war ein Sound! Das hat was und schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Amerika, Amerika, du überraschst mich immer wieder  :-)
Auch die folgenden Stunden waren ein klanglicher Genuss der besonderen Sorte. Es war ein sagenhaftes Konzert, das beste, was ich bisher selbst gehört habe. Und das Ganze für schlappe 5 Dollar! Einfach der Wahnsinn.

Blick auf das Foyer.
Ich warte ja immer noch sehnsüchtig auf den Tag, dass man auch in Hamburg einmal die Erkenntnis macht, dass es keinem weh tut, an der Abendkasse Restkarten für Studenten für wenige Euro zu verkaufen. Es kommt immer noch mehr Geld rein, als wenn die Karten gar nicht verkauft werden...und die Konzerthäuser sind voller!

Freitag, 28. September 2012

Assignments, exams, thunderstorms and other random stuff...

Kaum zu glauben, dass schon zwei Wochen seit meinem letzten Post vergangen sind! Die Zeit vergeht viel zu schnell. Mir geht es weiterhin gut und dass man so lange nichts von mir lesen konnte, liegt nicht daran, dass ich nichts erlebt habe. "Keine Nachrichten sind gute Nachrichten!".

In den letzten Tagen war ich sehr busy. Unitechnisch warteten viele Assignments auf mich. Außerdem hatte ich zwei Exams, in "Statistical Meteorology" und "Radiation and Climate", "Tropical Meteorology" kommt noch...
Fiedler's Vorlesung Radiation and Climate ist weiterhin peinlich. Aufgrund vieler Beschwerden hat er  allerdings seinen Vorlesungsstil (falls man das überhaupt so nennen darf) von Wikipedia-Research und dem Zeit Totschlagen durch "Mal sehen, was Wolfram Alpha alles weiß" umgestellt! Amazing! But still awful.

Statistical Meteorology hat in dieser Woche an Beliebtheit verloren, weil wir mit bedingten Wahrscheinlichkeiten angefangen haben und mich diese langatmige Einführung zu sehr an die Schulmathematik erinnert. Aber das ändert sich zum Glück in wenigen Vorlesungen wieder!

Tropical Meteorology ist in der Rangliste auf Platz 1 gerutscht. Inhaltlich ist die Vorlesung mit das Beste, was ich bisher gehört habe. Hinzu kommt, dass der Prof eine sehr lustige, amerikanische Persönlichkeit ist. Schon geradezu episch wirkt mittlerweile sein morgendliches Auftreten auf mich: Mit einem leicht schlurfenden Schritt betritt er meist 10 Minuten vor Vorlesungsbeginn den Raum in dunkelgrünem Polo-Shirt, hellbraunem, abgenutztem Gürtel und leicht zerschlissener, dreckiger Jeans, so dass es den Eindruck erweckt, er käme gerade von einer Expedition zurück. Hinzu kommt ein überdimensionaler Cocacola-Pappbecher (welcome to America!) in seiner Hand.
Es folgen Gespräche mit Studenten, die nach dem traditionellem "How is it goin'?" folgendermaßen weiter verlaufen:

montags: "Oh no, too bad that it's Monday!"
mittwochs: "Well, at least it's Wednesday today, so it isn't too bad!"
freitags: "Thank God it's Friday!"

Und falls man zwischendurch vergessen sollte, dass man in Amerika ist, erinnern einen kleine Nebensätze wie diese hier daran:
"Hey guys, look at these popcorn features! That's a trade wind inversion." (Süswestlich von Californien).


Oder es ist die kurze Unterbrechung seiner Vorlesung, da er einen Eiswürfel kaut :-)

Die vergangene Woche hat synoptisch gesehen alles überboten, was ich hier bisher neben einem Kaltfrontdurchzug, der einen Temperaturabfall von über 20°C innerhalb von maximal 5 Stunden verursachte, erlebt habe. Zwei Abende mit den am längsten andauernden und intesivsten Gewittern, die ich je erlebt habe!

Meine Roommates sahen mich mit hochgezogenen Augenbrauen und besorgtem Blick an, als ich am Mittwoch Abend um 23:30 in Regenjacke, Turnschuhen und Kamera im Wohnzimmer stand und draußen der Sturm bereits im vollen Gange war: "You're going outside? Are you sure? Astrid! No! You're crazy!" - "Don't worry guys. I'm nothing but a meteorologist!"

Mit Mühe und Not schaffte ich es in das NWC (National Weather Center), ohne weggeweht zu werden! Aber es hat sich gelohnt, denn vom Observation Deck hatte ich perfekte Sicht! Und auch auf dem Weg konnte ich ein paar gute Shots machen.

Die Fotos sind NICHTS gegen das, was sich hier über 2 Stunden durchgängig abgespielt hat! Und auch bei über 60 Blitzen pro Sekunde ist es verdammt schwer, ein gutes Foto zu machen! Die besten Treffer sind hier (nicht ausschließlich von mir):




Was unserem Herrn Professor Tropenmeteorologe heute morgen dazu einfiel: "Hey guys, it was a great week! But unfortunately, my dogs don't love thunderstorms as much as we do...! Hmm, I should have checked that before! Anyway, let's start.". Es folgt ein tiefer Schluck aus dem Colabecher und das anschließende Lutschen eines Eiswürfels...


Meine Freizeit war eher unspektakulär, aber gut. Zwei Poolpartys, 3 BBQs und ein weiterer Gameday in Norman.

Grillen der Meteorology Seniors im Griffin Park.

International Dinner Party.

Am Montag besuchte ich das Sinfoniekonzert des OU Symphony Orchestras. Mein Celloprof Jonathan Ruck spielte Schostakowitsch Cellokonzert Nr. 1, eine sehr saubere Leistung, wenn auch vergleichmäßig verhalten (für alle, die Julian Steckel mit dem JSO Wetzlar gehört haben). Das Orchester selbst war eher enttäuschend.
Meine eigene "Karriere" als Cellistin@OU ist auf einem guten Weg. Mit  Jon arbeite ich an Lalo's Cellokonzert und im OU Civic Orchestra hielt ich in den vergangenen Wochen die Cello Sectionals (Stimmproben). Außerdem bin ich bereits "vorgewarnt", generell den Platz als Stimmführerin einzunehmen, wenn sich die aktuelle Cellistin in den nächsten Proben nicht positiv entwickelt.

Mit meiner Gastfamilie hatte ich zwei gemmütliche Filmabende. Vor zwei Wochen schauten wir Alfred Hitchcocks "Vertigo", welcher seit diesem Jahr auf Platz 1 der 10 besten Filme aller Zeiten steht (nach dem Ranking des Magazins "Sight & Sound", welches seit 1962 alle zehn Jahre die weltweit bedeutendsten Filmkritiker und zahlreiche namhafte Regisseure nach ihren Top-10-Filmen fragt). Heute Abend folgte der nun nur noch auf Platz 2 stehende Film "Citizen Kane".


Voller Erwartung blicke ich bereits Thanksgiving entgegen! Letzte Woche habe ich meinen Flug nach Denver gebucht und freue mich auf ein paar Tage Colorado und die Rocky Mountains. In der Woche danach geht es in die Chesapeake Energy Arena in OKC. Denn vor 2 Tagen habe ich mir ein NBA Ticket, Oklahoma City Thunder vs. Houston, gesichert!!!